Wer sich über die Bewegung des Round Table informieren möchte, findet im deutschsprachigen Raum kaum Informationen. Es existieren viele Gerüchte, die Gruppe wird teilweise auch mit Verschwörungstheorien in Zusammenhang gebracht. Wofür stand das Round Table Movement und was waren die Werte und Ziele der Gruppierung?

Round Table Movement – Entstehung und Geschichte

Im Jahr 1909 wurde das sogenannte Round Table Movement ins Leben gerufen. Es handelte sich um eine Vereinigung von mehreren Organisationen. Ziel sollte eine engere Zusammenarbeit zwischen England und den selbstverwalteten Kolonien sein. Als Zeitpunkt des Startes wird das Wochenende des 4. Septembers gesehen, als eine Konferenz in Plas Nweydd in Wales stattfand. Der eigentliche Rahmen der Organisation wurde von Lionel Curtis entwickelt, doch die Grundidee stammt von Lord Milner. Sekretär der Organisation wurde der Südafrikaner Philip Kerr.

Organisation des Round Table Movement

Es gab mehrere Ansammlungen von kleinen Diskussions- und Lobbygruppen in den großen Hauptstädten der Welt, wobei der Hauptsitz in London gelegen haben soll. Bis ins Jahr 1915 sollen Gruppen der Organisation in England, Kanada, Australien, Südafrika, Indien und Neuseeland existiert haben. In den USA soll es eine eher lose Gruppierung gegeben haben.

Lord Milner und die Mitglieder des sogenannten Milner’s Kindergarten sollen im Jahr 1910 „The Round Table Journal: A Quarterly Review of the Politics of the British Empire“ veröffentlicht haben. Ziel war eine internationale Vereinheitlichung des politischen Denkens aller dazugehörigen Gruppen. Diese Zeitschrift wurde nach dem Zweiten Weltkrieg umbenannt in „The Round Table Journal: A Quarterly Review of British Commonwealth Affairs“. Der Sinn dahinter war die annähernde Widerspieglung der Nachkriegszeit.

Auch wurden von Lionel Curtis Touren unternommen, um lokale Gruppierungen entstehen zu lassen. Zudem verfasste er „Round-Table-Studien“, um sie anschließend an die Gruppen zu verteilen, inklusive von Kommentaren und Reaktionen auf die Studien. Mit den gesammelten Informationen sollte anschließend ein Sammelband produziert werden, in dem er für die imperiale Föderation plädierte.

Die Finanzierung der Bewegung stammte teilweise von Rhodes Trust. In mehreren anfänglichen Testamenten soll er der Organisation Geld hinterlassen haben, um ein Fortbestehen zu sichern. Später soll er die Idee allerdings aufgegeben haben und sich auf die Rhodes-Stipendien fokussiert haben. Diese konzentrieren sich darauf, englischen, amerikanischen und deutschen Gelehrten das kostenlose Studieren an der Oxford-Universität zu ermöglichen.

Ansichten und Ziele

Curtis entwickelte das Konzept eines Commonwealth, das die fortschreitende Erweiterung der Selbstverwaltung unter seinen Mitgliedern beinhaltete. Diese Idee fand viel Anklang unter den Mitgliedern des Round Table, mehr Begeisterung als die Idee einer Föderation. In den Zeiten des Ersten Weltkrieges wurde im Round Table Philip Kerr wichtig. Er entwickelte die Idee eines neuen Commonwealth, dass das derzeitige Imperium ersetzen könnte und ein Gegenreich zum deutschen Imperium bilden könnte.

Als die Vereinigten Staaten dem Ersten Weltkrieg beitraten, überarbeitete der Round Table seine Vorstellungen vom Imperium als „Commonwealth of Nations“. Die Bewegung konzentrierte sich zunehmend mehr auf eine verbesserte Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Großbritannien und den unabhängigen, selbstverwalteten Gebieten.

Auch während des Krieges setzte sich die Gruppierung für eine stärkere Zusammenarbeit ein. Dazu kamen aber auch andere Strömungen, wie Bewegungen, die die verbesserte Selbstverwaltung innerhalb des Imperiums unterstützen.

Bildquelle: Henry Walter (‘H. Walter’) Barnett (1862-1934), Public domain, via Wikimedia Commons. Das Bild zeigt Alfred Milner, 1. Viscount Milner.

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