Sind die hohen Benzinpreise eine Chance?

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Die Wirtschaft hatte es in den letzten Monaten nicht leicht: Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg hinterlassen Spuren. Die Inflation ist teilweise so hoch wie nie, auch die Spritpreise sind extrem gestiegen. Ein Schock für alle Pendler und Autofans. Doch bieten die hohen Preise nicht auch eine Chance?

Derzeitige Lage – Ein Überblick

Stark diskutiert wurden in dieser Woche die gestiegenen Benzinpreise. An den Tankstellensäulen und demnächst der Heiz- und Stromrechnung sieht jeder deutlich, wie sich die Preise verändert haben. Um eine Lösung für dieses Problem zu finden, einigte sich die Ampel-Koalition aus SPD, Grüne und FDP auf ein Entlastungspaket.

Das Paket soll die deutschen Autofahrer entlasten. Die Energiesteuer auf die Kraftstoffe soll gesenkt werden, wodurch pro Liter für Benzin je 30 Cent eingespart werden können und für Diesel je 14 Cent. Angesetzt ist die Steuersenkung befristet auf drei Monate.

Wer profitiert wirklich?

Auf dem ersten Blick ist der Rabatt eine sinnvolle Maßnahme: Aller Bürger können entlastet werden, was vor allem für Pendler ein Vorteil ist, die beruflich auf einen Wagen angewiesen sind und die nötige Flexibilität nicht durch alternative Verkehrsmittel erreichen können.

Doch nicht nur diese Bürger profitieren, sondern auch diejenigen, die sehr schnell mit großen und schweren Autos fahren. Denn der Zusammenhang zwischen Verbrauch und Tempo ist bekannt. Das ist das falsche Signal, gerade in einer Zeit, in der Einsparungen durchaus sinnvoll sind.

Alternative Einsparungsmöglichkeiten

Eine Möglichkeit, die wohl ein Großteil der deutschen Bürger in Krisenzeiten verstanden hätte, wäre ein generelles Tempolimit für einige Monate. Aktuelle Umfragen gehen davon aus, dass 65 bis 70 Prozent der Deutschen für ein Tempolimit auf den Autobahnen sind. Nicht nur würde diese Maßnahme den Geldbeutel der Autofahrer schonen, sondern auch das Klima.

Der Verkehrssektor ist der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasen, hinter der Energiewirtschaft und der Industrie. Laut einer Studie des Umweltbundesamts, veröffentlicht im Jahr 2020, könnte ein Tempolimit von 130 km/h jährlich rund 1,9 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Ein Tempolimit von 120 km/h würde die Emissionen pro Jahr bereits um 2,6 Millionen Tonnen CO2 senken.

Zudem wurde zeitgleich mit dem Entlastungspaket ein bundesweites Ticket im öffentlichen Personennahverkehr für 9 Euro pro Monat beschlossen. Das Geld soll der Bund den Ländern zur Verfügung stellen. Ohne den Tankrabatt hätte dies vermutlich einige Fahrer davon überzeugen können, auf Bus und Bahn umzusteigen. Stattdessen setzt die Politik das Zeichen, dass sich für die Autofahrer nicht viel ändern wird. Sie müssen sich nicht einschränken, da sie entlastet werden.

 

 

Danke an andreas160578 von Pixabay für das Foto.

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