Geld regiert die Welt: Und das ist auch gut so!

Wie man der Überschrift schon entnehmen kann, bin ich der Meinung, dass das gesamte kapitalistische System, in dem wir uns bewegen, sehr gut ist. Folglich eben auch der Fakt, dass Geld die Welt regiert. Für jene Leute, die es nicht verstehen wollen oder können und nur das nach faseln, was sie in ihrem privaten Umfeld aufgegriffen haben: hier die Begründung.

Stellen wir uns mal eine Welt ohne Geld vor. Wie würde man dann den Wert einer Sache oder Dienstleistung ermitteln? Es wäre ein kompletter Wirrwarr, welchen konkreten Gegenwert nun ein frisches Brot hätte. Wäre es ein Fisch wert? Wäre es drei Hühner wert? Wäre es 10 Diamanten wert? Der Käufer müsste dann – wenn er zum Beispiel für das frische Brot 10 Diamanten erhält – diese 10 Diamanten dann wiederum loswerden. Es muss also bei jedem Handel eine Person verfügbar sein, die genau das anbietet, was ihr sucht und andersherum. Der Verkäufer muss also vorher überhaupt erstmal wissen, ob er seine neu erhaltene Währung wiederum ausgeben kann.

Was würde darüber hinaus noch mit der Bevölkerung passieren, wenn es kein Geld geben würde? Wenn es das Geld wie wir es kennen nicht mehr geben würde, würde es am System nichts ändern bzw. würde dann eine andere Ware „das Geld“ darstellen. In der Steinzeit nutze man zum Beispiel Muscheln, Salz oder Pfeilspitzen. Dann würde man also nicht mehr sagen „Geld regiert die Welt“, sondern vermutlich sowas wie „Salz, Diamanten oder Brot regiert die Welt“. Akzeptiert endlich, dass Geld etwas Sinnvolles ist und hört endlich auf dieses Mittel zu verteufeln. Aber warum Kapitalismus die Lösung und nicht das Problem ist, dazu werde ich noch mal einen anderen Artikel schreiben.

Und wie würde überhaupt das gesamte Finanzsystem der Banken, Kredite und Versicherungen funktionieren? Wir leihen dir 100 Schafe, wenn du uns in wenigen Jahren 150 Schafe zurückgibst? Wir nehmen deine Diamanten und legen sie an und aus dem Nichts werden daraus in wenigen Jahren 150 Diamanten? Die Bank müsste selbst dafür sorgen, Dinge zu produzieren, was wiederum dafür sorgen würde, dass die Kredite gar nicht mehr so funktionieren, wie sie es nun tun.

Viele Menschen brennt ebenso die Frage auf der Zunge: „Wie kann ein 10-Euro-Schein 10 Euro wert sein, obwohl es für wenige Cent produziert wird“. Das ist so, weil es so sein muss? Stellt euch folgendes Szenario vor: Ein 10-Euro-Schein müsste in aufwendiger Hand- und Zeichenarbeit produziert werden und man würde mit dem Druck dieser Scheine nicht hinterherkommen. Was dann passieren würde, muss ich ja hoffentlich keinem erklären. Ein Schein muss günstig und vollautomatisiert herstellbar sein, damit das gesamte System funktionieren kann. Schließlich zahlt man vermehrt mit Scheinen, statt mit Cent-Münzen.

Das wertlose Papier, was man sich von seinem Bankautomaten holen kann, beinhaltet die eingesetzte Arbeitszeit- und Kraft, das eigene Konsumverhalten (Bauen von Haus, kaufen von Auto, Urlaub) komprimiert in einer Banknote – besser geht es doch nicht?

Stellt euch vor, ihr möchtet in den Urlaub fliegen, habt aber aktuell nur Schafe, Schweine, Edelsteine oder anderen Krams, den ihr aktuell gar nicht loswerden könnt? Geld bekommt ihr immer los, demnach könnt ihr nun mit dem Geld einfach und leicht euren Urlaub buchen.

Danke an Jason Leung on für das Bild!

Published in Wirtschaft

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